Pultrusion

Ganzheitliche Pultrusions-Kompetenz

Die Pultrusion ist eine der Schlüsseltechnologien des Fraunhofer IGCV zur Herstellung faserverstärkter Bauteile.

Unsere Leistungen umfassen:

  • Strukturberechnung und Bauteilauslegung
  • Werkzeugauslegung und -konstruktion
  • Auslegung von Harzinjektions- und Tränkungskonzepten
  • Simulation der Imprägnierung
  • Prozessplanung, Prozess einfahren und Parameter optimieren
  • Bemusterung
  • Schulungen und Trainings

 

Ausstattung am Fraunhofer IGCV

  • Pultrusionsanlage Pultrex PX500-10T | Max. Abzugskraft 100 kN
  • Raupenabzug Graewe RA250 | Max. Abzugskraft 25 kN
  • Misch- und Dosieranlagen:
    • 2K-Misch- und Dosieranlage Tartler Nodopur V 2K
    • 1K-Dosieranlage Tartler Nodopur VS 1K
    • 1K-Kolbendosiernalage Wolfangel/Fastflow
  • Doppelringflechter Herzog RUh2/60/84-120

Pulling the state of the art forward

Pultrusion @ Fraunhofer IGCV

Pultrusion am Fraunhofer IGCV
© Fraunhofer IGCV
  • Ein wichtiger Forschungsaspekt des Fachbereiches Pultrusion ist die Bemusterung von neu entwickelten Harzsystemen, textilen Halbzeugen sowie Faser- und Schlichtesystemen.

    Durch umfangreiche Expertise mit der Verarbeitung aller gängigen Matrixsysteme (Polyester, Vinylester, Epoxy, Polyurethan, …), Spezialharzen sowie Standard-Faserarten (Carbon, Glas, Basalt, …) und Sonderfasern kann die Verarbeitbarkeit verschiedener Materialien untersucht werden. Zusammen mit unseren Auftraggebern arbeiten wir an einer Weiterentwicklung und Optimierung der Halbzeuge um Composite mit maximaler Leistungsfähigkeit herstellen zu können.

    Lesen Sie hier unsere Kundenreferenzen: Covestro

  • Ein zentraler Entwicklungsaspekt vieler Forschungs- und Kundenaufträge ist die individuelle Anpassung und Weiterentwicklung unserer Anlagentechnik.

    Das Fraunhofer IGCV verfügt über einen umfangreichen Maschinenpark im industriellen Maßstab. Dieser wird stetig projekt- und bedarfsgerecht weiterentwickelt. Gerne übernehmen wir diesen Forschungsaspekt auch für oder gemeinsam mit unseren Kunden.

  • Ein besonderes Aufgabenfeld in der Pultrusionstechnologie stellt die Faser- und Halbzeugführung dar.

    Dies bildet vor allem bei größeren Profilen und dem Einsatz von Faserhalbzeugen eine anspruchsvolle Herausforderung. Durch die jahrelange Erfahrung in der Pultrusion von komplexen Geometrien und Verstärkungsarten können Auslegung und Design von Faser- und Halbzeugführung problemlos umgesetzt werden, um eine reibungslose Pultrusion sicherzustellen.

  • Eine Kernkompetenz des Fraunhofer IGCV stellt die Auslegung und das Design von Pultrusionswerkzeugen dar.

    Neben der pultrusions- und fertigungsgerechten Ausführung können spezielle Kundenanforderungen realisiert und beispielsweise weitere Funktionselemente in das Werkzeug implementiert werden.

  • Um ein FVK-Profil mit höchstmöglichen mechanischen Eigenschaften zu erhalten, stellt eine optimale Imprägnierung des Fasermaterials durch die Harzmatrix die Grundlage dar.

    Neben den im Pultrusionsprozess üblichen Imprägnierungsvarianten des offenen Tränkbads („Straight-through-bath“) kommt verstärkt auch die Methode einer Injektions- und Imprägnierungskammer zum Einsatz. Diese kann in das Werkzeug integriert oder separat dem Werkzeug vorgeschaltet werden. Ausschlaggebend sind hierfür der Einsatz von Harzsystemen mit niedrigen Topfzeiten (bspw. Polyurethan) und die Verringerung von Emissionen.

    Um im konkreten Anwendungsfall die Vorzüge einer Injektions- und Imprägnierungskammer optimal ausschöpfen zu können ist eine Auslegung der Kammergeometrie sowie des Injektionskonzepts unabdingbar und stellt ein Kernkompetenzfeld des Fachbereichs Pultrusion am Fraunhofer IGCV dar.

  • Die Fabrikplanung lässt sich in mehrere Ebenen gliedern.

    Eine dieser Ebenen ist die Prozessebene, in der zum Beispiel ein Pultrusionsprozess betrachtet wird. Auf der nächsten Ebene wird dieser Pultrusionsprozess mit den vor- und nachgelagerten Prozessen zu einer Prozesskette verbunden. Die optimale Planung einer solchen Prozesskette sowie deren anschließende Integration in ein bestehendes Produktionssystem bzw. die Konzeptionierung eines neues Produktionssystems sind zentrale Fragestellungen in der Fabrikplanung.

    Aufgrund der Konvergenz von Prozesswissen rund um die Pultrusion und planerischer Expertise aus unterschiedlichen Fabrikplanungsprojekten innerhalb des IGCV beraten wir Sie gerne zu allen Fragestellungen in diesem Bereich.

  • Als Forschungsinstitut, das den Fokus auf Anwendungsorientierung legt, sind wir in zahlreichen geförderten Forschungsprojekten beteiligt.

    Mit unseren Partnern forschen wir anwendungsorientiert und nah am Markt, um den größtmöglichen Nutzen für unsere Kunden zu erzielen und Innovationen für die Gesellschaft zu entwickeln und voranzutreiben.

    Eine Auswahl abgeschlossener und aktueller Forschungsprojekte:

  • Im Zeitalter von Industrie 4.0 gilt es, eine direkte Kommunikation und Kooperation zwischen Mensch, Maschine, Anlage, Logistik und Produkt zu ermöglichen.

    Vor diesem Hintergrund soll auch die Pultrusionstechnologie, als eines der ältesten Herstellungsverfahren für endlosfaserverstärkte Kunststoffe, auf eine neue digitale Ebene gehoben und eine intelligente sowie sinnvolle Maschinenvernetzungen hergestellt werden: Pultrusion 4.0. Unser Konzept dafür haben wir bereits im Rahmen einer Forschungsanlage demonstriert und unsere Partner unterstützen wir bei der Realisierung individueller Lösungen in ihren Unternehmen.

  • Um Fragen wie „Lohnt sich ein neuer Fertigungsprozess?“, „Welche Auswirkungen hat die Integration eines neuen Prozesses?“ oder auch „Wie rentabel sind alternative Prozessketten?“ zu beantworten werden oftmals Bilanzierungstools als Entscheidungsunterstützung genutzt.

    Sie können Aussagen über verschiedenste Zielgrößen wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Qualität oder auch Energieeffizienz liefern. So können Investitionsentscheidungen fundiert getroffen und neue, zielgrößenoptimale Alternativen aufgezeigt werden. Rund um den Pultrusionsprozess ist am IGCV sowohl das Prozesswissen als auch die Erfahrung in der Kosten- und Ökobilanzierung vorhanden, um ihre Fragestellungen verlässlich zu beantworten.

  • Die lastpfadgerechte Auslegung von Pultrusionsprofilen wird durch ein auf Composites spezialisiertes Simulationsteam übernommen.

    Hierbei ist ein vertieftes Verständnis für das Materialverhalten der anisotropen Werkstoffe und dahingehend in der Materialmodellierung vorhanden. Das Portfolio in der Struktursimulation reicht dabei von statischen Lastfällen bis hin zu Crashberechnungen. Mithilfe letzterer kann das komplexe Versagensverhalten der Pultrudate dargestellt werden.

  • Ein wichtiger Aspekt der anwendungsorientierten Forschung umfasst den Transfer und die Kombination von Technologien mit dem Pultrusionsprozess.

    Das Projekt „PulForm“ ermöglicht eine energieeffiziente Herstellung komplexer Hochleistungsfaserverbundbauteile mittels Pultrusion, In-Line Flechten, Blasumformung und Endbearbeitung.

    Die Übermittlung unserer theoretischen und praktischen Erfahrungen im Pultrusionsprozess an unsere Partner wird mittels speziell zugeschnittener Trainings umgesetzt. Die Inhalte können dabei sowohl auf Grundlagenebene vermittelt als auch speziell auf einen Anwendungsfall bezogen werden. Neben den theoretischen Grundlagen sind vor allem die praktischen Erfahrungen unmittelbar an der Pultrusionslinie unersetzbar für jeden, der tiefer in die Pultrusion einsteigen möchte.

  • Um ein detailliertes Verständnis für die Vorgänge bei der Imprägnierung des Fasermaterials durch das Harzsystem zu erhalten ist der Einsatz von Tränkungssimulationen essenziell.

    So wird es möglich, für den spezifischen Anwendungsfall potentielle Probleme aufzudecken und frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bspw. durch Änderungen am Injektions- und Tränkungssystem.

    Untersuchungsgebiete stellen unter anderem der Harzfluss durch das Faserpaket (Permeabilitätsverhalten), die Wärmeübertragung zwischen Werkzeug und Pultrudat sowie der Härtungsreaktionsverlauf des Harzsystems dar. Als wichtige Materialparameter werden dabei die Reaktionskinetik und der Viskositätsverlauf des Harzsystems während der Aushärtung sowie die Kompressibilität und Permeabilität des Fasermaterials berücksichtigt. Die dafür nötigen Kennwerte können am Institut ermittelt werden.

  • Im Pultrusionsprozess können bereits kleine Abweichungen in den Prozessparametern bzw. in der Hardware zu Problemen führen.

    Dies kann eine Verschlechterung der Profilqualität bewirken oder gar dazu führen, dass eine kontinuierliche Pultrusion nicht möglich ist. Derartige Probleme zu erkennen und entsprechende Lösungsvorschläge zu präsentieren zählt zur Expertise des Fachbereichs Pultrusion am Fraunhofer IGCV.

  • Unsere Expertise bei der Verarbeitung von verschiedenartigen Harzsystemen: 

    Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung und Validierung Ihrer spezifischen Harzsysteme. Dabei profitieren Sie bereits in einer frühen Phase von unserem Know-how und können bedarfsgerecht auf unsere Unterstützung bis zur Serienreife zurückgreifen:

    • Standardharzsysteme: Vinylester und ungesättigte Polyester
    • Hochleistungsharzsysteme: Epoxy (Amin- und Anhydrid-Härtersysteme) und Polyurethan (aromatisches und aliphatisches PU)
    • Spezialsysteme: biobasierte Harze, Hybridharze und Acrylate, …

    Unsere Expertise bei der Verarbeitung von verschiedenartigen Faserarten und Textilien:

    Wir unterstützen Sie bei Screening und Auswahl der Faserart und Fasertypen sowie den Textilien für den Laminataufbau. Dabei verfügen wir über fundierte Erfahrung bezüglich Roving, Matten, Gelege, Gewebe und weiteren textilen Halbzeugen sowie Geflechten.

    Die Konfektionierung von textilen Halbzeugen im Institut oder in enger Abstimmung mit spezialisierten Partnern ermöglicht kurze Reaktionszeiten bei Optimierungen von Laminataufbauten während der Entwicklungskampagnen.

    Infrastruktur und Pultrusionswerkzeuge:

    Das IGCV verfügt über eine große Anzahl an Pultrusionswerkzeugen, die sowohl mit geschlossenen als auch offenen Imprägnierungsmethoden verwendet werden können. Zur Infrastruktur des Pultrusionstechnikums zählen unter andrem eine umfassende Prozessdatenerfassung (Drücke, Temperaturen, Kräfte etc.). Durch Interpretation der Daten mit Pultrusionsexperten am IGCV während der Entwicklungskampagnen wird die maximale Effizienz der Prozessentwicklung gewährleistet.

Energieeffiziente Herstellung komplexer Hochleistungsfaserverbundbauteile mittels Pultrusion, In-Line Flechten, Blasumformung und Endbearbeitung