Thermoplastische Pultrusion für Composite-Rohre im Wasserstofftransport
Wasserstoff als Energieträger mit neuen Anforderungen an Rohrsysteme
Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft stellt neue Anforderungen an Materialien und Fertigungsprozesse für fluidführende Rohrsysteme. Anwendungen in Mobilität, Energieverteilung und Industrie erfordern leichte, korrosionsbeständige und diffusionssichere Lösungen, die gleichzeitig wirtschaftlich herstellbar sind. Konventionelle metallische Rohrsysteme stoßen hierbei zunehmend an Grenzen, insbesondere hinsichtlich Gewicht, Korrosionsverhalten und der Anfälligkeit gegenüber Wasserstoffversprödung.
Grenzen metallischer Rohrsysteme und bestehender Composite-Lösungen
Metallische Rohrleitungen sind im Wasserstoffbereich etabliert, weisen jedoch wesentliche Nachteile auf. Neben dem hohen Gewicht stellt insbesondere die Wasserstoffversprödung von Stählen eine kritische Herausforderung dar, da sie zu einer Reduktion der Duktilität und langfristig zur Beeinträchtigung der Bauteilsicherheit bis zum Versagen führen kann.
Faserverstärkte Kunststoffe bieten ein hohes Leichtbaupotenzial und sind gegenüber Wasserstoffversprödung unempfindlich, werden im Rohrbereich jedoch bislang überwiegend mit duroplastischen Matrixsystemen umgesetzt. Diese sind nur eingeschränkt recyclingfähig, was die Umsetzung geschlossener Materialkreisläufe am Ende der Lebensdauer erschwert.
Thermoplastische Pultrusion als Schlüsseltechnologie
Hier setzt das Forschungsprojekt MaTCH an. Ziel ist die Entwicklung eines thermoplastischen Pultrusionsprozesses für endlosfaserverstärkte Composite-Rohre, der die Vorteile thermoplastischer Matrixsysteme – insbesondere Recyclingfähigkeit, Umformbarkeit und Fügbarkeit – nutzbar macht. Der Fokus liegt auf der prozesssicheren Umsetzung thermoplastischer Flecht- und Wickelpultrusion zur Herstellung leistungsfähiger Rohrstrukturen für Wasserstoffanwendungen.
Zielgruppen und Projektziele
MaTCH richtet sich an Compositefertiger und industrielle Anwender, die thermoplastische Leichtbaulösungen für anspruchsvolle fluidführende Anwendungen entwickeln oder einsetzen möchten. Ziel des Projekts ist es, einen skalierbaren, industriell relevanten Pultrusionsprozess zu entwickeln, der die Grundlage für nachhaltige, leistungsfähige Composite-Rohre bildet und neue Anwendungsmöglichkeiten im Bereich des Wasserstofftransports eröffnet.