Entwicklung recyclingbasierter Materialsysteme für die Pultrusion
Im Projekt RAILS werden recyclingbasierte Faser- und Matrixmaterialien systematisch für den Einsatz in der thermoplastischen Pultrusion untersucht. Der Fokus liegt auf der Auswahl, Charakterisierung und Kombination geeigneter Rezyklate, die sowohl stabil prozessierbar als auch mechanisch leistungsfähig sind. Es geht darum, Materialsysteme zu definieren, die den Anforderungen kontinuierlicher Fertigungsprozesse gerecht werden und gleichzeitig einen hohen Recyclinganteil ermöglichen.
Prozessentwicklung für thermoplastische Pultrusion mit Rezyklaten
Ein zentraler Schwerpunkt von RAILS ist die Entwicklung eines stabilen und reproduzierbaren thermoplastischen Pultrusionsprozesses für recyclingbasierte Materialien. Hierzu werden Prozessparameter wie Temperaturführung, Imprägnierung, Konsolidierung und Abzug gezielt angepasst und optimiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Prozessstabilität und Skalierbarkeit, um eine industrielle Übertragbarkeit sicherzustellen.
Herstellung nachhaltiger Leichtbau-Composite-Strukturen
Auf Basis der entwickelten Material- und Prozesskonzepte werden nachhaltige Leichtbau-Composite-Strukturen hergestellt. Diese dienen zur Bewertung der mechanischen Leistungsfähigkeit, der Bauteilqualität sowie der Prozessrobustheit. Dabei wird untersucht, inwieweit recyclingbasierte Materialien vergleichbare oder neue anwendungsrelevante Eigenschaften im Vergleich zu konventionellen Systemen ermöglichen.
Anwendungsnahe Demonstration am Technologieträger Schienenverkehr
Zur Validierung der entwickelten Lösungen wird der Schienenverkehr als exemplarisches Anwendungsfeld herangezogen. Die Herstellung und Bewertung eines Technologieträgers ermöglicht es, reale Anforderungen an Strukturbauteile abzubilden und die industrielle Einsetzbarkeit der entwickelten thermoplastischen Pultrusionsprozesse im industriellen Umfeld zu demonstrieren.
Übertragbarkeit auf weitere Branchen und Compositefertiger
Ein wesentlicher Aspekt von RAILS ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse über die konkrete Anwendung hinaus. Die entwickelten Material- und Prozessansätze sollen von Compositefertigern branchenübergreifend genutzt werden können. Dadurch leistet das Projekt einen Beitrag zur breiten Etablierung nachhaltiger, recyclingbasierter Fertigungsprozesse in der Compositeindustrie.