Das Vorhaben gliedert sich in drei eng verzahnte Forschungsschwerpunkte:
1. Leichtbauoptimierung des Radkörpers
Aufbauend auf bestehenden Leichtbaudesigns werden durch rechnergestützte Optimierung (u. a. Computer Aided Optimization und bionische Ansätze) neue Radkörpergeometrien entwickelt, die eine Masseeinsparung von mindestens 60 % ermöglichen. Die statische und dynamische Tragfähigkeit wird anschließend experimentell an Pulsator- und Verspannungsprüfständen der FZG validiert.
2. Oberflächenoptimierung im Zahnfußbereich
Durch nachgelagerte Schleif- und Strahlbehandlungen (Ausschleifen, Gleitschleifen, Festigkeitsstrahlen) sollen die Rauheit und oberflächennahe Fehlstellen reduziert werden. Ziel ist die Steigerung der Zahnfußtragfähigkeit auf Dauerfestigkeitskennwerte zwischen den Werkstoffqualitäten MQ und ME.
3. In-Situ-Aufkohlung mit variabler Einsatzhärtungstiefe
Das Fraunhofer IGCV setzt einen Multimaterialprozess ein, bei dem Pulver mit unterschiedlichem Kohlenstoffgehalt (16MnCr5 + Graphitpartikel) gezielt im Pulverbett abgelegt wird. Durch das rasche Abkühlen beim Laserstrahlschmelzen entsteht lokal eine martensitische Randschicht – ohne konventionelles Aufkohlen im Ofen. Erstmals soll eine auf Zahnfuß und Zahnflanke individuell angepasste Einsatzhärtungstiefe (CHD) realisiert und hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit bewertet werden.