JEC Award 2016 - Doppelte Auszeichnung

22.6.2016

Übergeordnetes Ziel des Forschungsbereichs Compositetechnik des Fraunhofer IGCV ist die Entwicklung robuster und automatisierter Composite-Fertigungstechnologien für Leichtbaustrukturen, die einen ganzheitlichen ressourceneffizienten Lebenszyklus ermöglichen. Für die hierfür notwendigen vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten steht dem Fraunhofer IGCV ein umfangreiches Anlagenportfolio zur Verfügung, welches bspw. von innovativen Lege-, Konsolidierungs- und Aushärtetechnologien, von Einrichtungen für ein Onlinefähiges Prozessmonitoring, über Messgeräte für die mechanische, thermoanalytische und chemische Analyse bis hin zu einem an die Nutzungsphase entsprechender Produkte anschließenden Recyclingprozess reicht. Einen Aspekt, der alle Entwicklungsbereiche und Teilprozesse umspannt, stellt die Bewertung der Nachhaltigkeit und die Identifikation von Optimierungsansätzen mittels ganzheitlicher Bilanzierung sowie die Wirtschaftlichkeitsanalyse dar. Der langjährige Know-how- und Technologieaufbau, welcher insbesondere durch den Freistaat Bayern unterstützt und bspw. im Rahmen von weiteren öffentlich geförderten Projekten durch das BMBF, das BMWi und durch die EU kontinuierlich ausgebaut wurde, hat sich gelohnt. Das Fraunhofer IGCV durfte dieses Jahr mit weiteren Partnern gleich zwei JEC World 2016 Innovation Awards entgegen nehmen. In der Kategorie „Aeronautics“ wurde die Entwicklung eines endkonturnahen innovativen 3D-Legeprozesses für die Herstellung von CFK Türrahmenstrukturen eines Flugzeugs prämiert. Unter der Leitung von der Premium AEROTEC GmbH konnte zusammen mit dem Fraunhofer IGCV und dem Anlagenhersteller Coriolis Composites im Rahmen des BMWi LuFo.-Projektes „AZIMUT“ eine CFK-Fertigungsprozesskette entwickelt werden, die eine erhebliche Gewichts- und Kostenreduktion im Vergleich zur heutigen Titan-bauweise ermöglicht. In der Kategorie „Helicopters“ wurde ein von der Firma Qpoint Composite GmbH und dem SGL Stiftungslehrstuhl für Carbon Composites der TU München entwickeltes energieeffizientes, eigenbeheiztes CFK-Werkzeug für die Aushärtung von Rotorblättern ausgezeichnet. Durch die begleitenden ökologischen und ökonomischen Analysen des Fraunhofer ICT- FIL im Rahmen des EU CleanSky-Projektes „LEEToRB“ konnte eine zielgerichtete Optimierung erfolgen und die möglichen Reduktionspotenziale, wie beispielsweise eine Energieersparnis von über 85% bei der Aushärtung, quantifiziert werden.